2019 war ein Jahr mit Licht und Schatten für den AKN. Die Umsetzung der Kletterkonzeption Werratal erforderte von uns die Demontage von Haken am Ellerstein - das Gegenteil von dem, was wir eigentlich wollen. Im Interesse des Naturschutzes haben wir es gemacht und damit im Rahmen der mit dem Regierungspräsidium Kassel verhandelten Kletterkonzeption den Zugang zum Großen Habichtstein und zum Behälterskopf gesichert. Über 5 Jahre läuft hier ein Monitoring-Verfahren, das über die weitere Bekletterbarkeit entscheiden soll. Aber es gab auch deutlich erfreulicheres.
Das Klettern im Südharz ist leider mit Ausnahme von Burgruine Scharzfeld (und inzwischen Römerstein) im Wesentlichen durch Totalverbote auf Grundlage von Naturdenkmalverordnungen gekennzeichnet. Selbst der bereits naturschutzfachlich untersuchte Römerstein wird trotz eines vorliegenden Zonierungsvorschlags vom Landkreis Göttingen mit einer pauschalen Vollsperrung von der Naherholung im Klettersport ausgeschlossen. Eine sehr erfreuliche Initiative der Tourismusbehörde der Stadt Osterode hat 2019 jedoch zu neuen Kletterrouten an der Sösetalsperre geführt: der Grauwackesteinbruch am Sösekopf liegt idyllisch über dem Nordufer des Sösestausees am Jugendwerkstattpfad, der sich bei Wanderern und Mountainbikern bei Ihrer Runde um den Sösestausee großer Beliebtheit erfreut. Grauwacke ist ein sehr kompaktes Gestein, die Kletterei an Rissen, Verschneidungen und Kanten ist sehr abwechslungsreich. Vom Deutschen Alpenverein wurden im 15 Meter hohen Steinbruch zehn Kletterouten für Sportkletterer eingerichtet.
Das Inkrafttreten der LSG-VO Reinhäuser Wald (FFH-Gebiet 110) brachte schmerzliche Einschnitte in die Klettermöglichkeiten mit sich. Zu allem verstehbaren Naturschutz-Drama kamen noch Sperrungen wegen des Kulturdenkmalschutzes hinzu. Angeblich seien die Bodenfundstellen steinzeitlicher Relikte durch Kletterer gefährdet (durch Wanderer aber nicht). Wir haben wichtige Felsen wie die Knubbelwand und den Koloss verloren. Als kleine Kompensation hat der LK Göttingen eine vom DAV beantragte Klettererlaubnis teilweise genehmigt. Die IG Klettern Niedersachsen hat uns 2019 zur Erschließung der genehmigten Wände großzügig mit Haken vom Typ Fixe PLX 541 und CT 4A161 ausgestattet. Die stecken mittlerweile im Fels, z.B. an der Klappenhauwand, die ein weiteres lohnendes Ziel für Kletterausflüge geworden ist. Auch an der Apenbergwand wurde reichlich erschlossen, am Quacken sowie an der Benniehäuser Wand.
Auch außerhalb der genehmigten Wände wurde privat - ohne Unterstützung des DAV - einiges neu erschlossen, z.B. an der Appenroder Wand
Totholz-Entfernungen dominieren 2019 die AKN-Arbeit. Sehr viel wird ehrenamtlich gemacht, z.B. an der Bärentalwand, an der Apenbergwand, am Quacken und auch an der Hauwand. Hier und da werden auch Zustiege und Sicherungspositionen verbessert.
Am 5. Juli 2019 haben die Landesforsten Bäume am Steinbruch Mariaspring gefällt. Es ging in erster Linie um Totholz an der Felskante, das abzubrechen droht und dabei Kletterer gefährdet. Auch ungünstig stehende lebende Bäume wurden gefällt, wenn sie eine Gefahr darstellen. Auf den Felsformationen steht für die Bäume in der Regel nicht die notwendige Wasser- und Nährstoffversorgung zur Verfügung, so dass der natürliche Verjüngungsprozess gestört ist. Zudem dringen große Bäume mit ihren Wurzeln in die vorhandenen Felsspalten ein und können dort zu einer Absprengung von Sandsteinblöcken führen. Dies haben wir im Januar 2018 eindrucksvoll an der Roten Wand sehen können. Willkommener Nebeneffekt der Maßnahme ist das zusätzliche Licht auf dem Fels und damit oft trockenere Bedingungen am Fels. Wir bedanken uns bei den NLF für die Maßnahme!
Wir informieren über die GöWald-Mailingliste und auf dem schwarzen Brett, wenn der Fällungs-Termine bekannt werden. Außerdem brauchen wir immer wieder Leute, die bei sowas mithelfen können. Bitte tragt euch in die Mailing-Liste ein. 2019 sind weitere Routen an der einliegenden vorderen Wand des Sektors "Moving" entstanden: "Der Kuschelwecker" (6+) und "Noahs Route" (3).
Die roten Pfeile - meistens an Naturstein - kennzeichnen Boulder im GöWald. Die meisten Boulder im Reinhäuser Wald sind inzwischen leider verboten. Aber es gibt immer noch viel - auch in Westthüringen.
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