03.03.2026
Im Rahmen von "DAV trifft Wissenschaft" unternimmt Dr. Hans-Jürgen Götze wieder eine geophysikalische Reise, diesmal in den Nahen Osten.
Ort: Emmy-Noether- Saal in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz, Göttingen
Termin: Dienstag, 3. März 2026, 18:30 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Dr. Götze aus Kiel hat lange Zeit u.a. in den Alpen und in den Anden geforscht und gearbeitet, und er war 2021 und 2024 bereits mit diesen beiden Vorträgen bei uns in Göttingen.
Der Hintergrund des aktuellen Vortrags:
Vor gut zehn Jahren förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein recht außergewöhnliches Forschungsprojekt: Die Erforschung der Verschiebungszone im Bereich des Toten Meeres ("Dead Sea Transform") - eine der markantesten Störungen auf der Er de. Sie hat für den Nahen Osten die gleiche bedrohliche Bedeutung wie die San-Andreas-Verwerfung für Kalifornien oder die Nordanatolische Verwerfungslinie für die Türkei. Verheerende Erdbeben kennzeichnen diese Verwerfungslinien auf der Erdoberfläche, an denen gewaltige Kräfte im Untergrund Erdplatten aneinander vorbeischieben. Was sind das für Prozesse tief im Inneren der Erdkruste und des darunter liegenden Erdmantels? Gibt es Möglichkeiten einer Überwachung, die in besonderen Fällen eine Risikoabschätzung für die Bewohner dieser Gebiete zulassen? Fragen, auf die der Vortrag keine endgültigen Antworten geben kann, zu deren Beantwortung das internationale Gemeinschaftsprojekt DESIRE mit Geowissenschaftlern aus Deutschland, Israel, Jordanien und Palästina aber wichtige Beiträge lieferte.
Die Zusammenarbeit in diesem geopolitisch höchst brisanten Gebiet war ebenso erfolgreich wie völkerverbindend, wie die gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeiten zeigen. Es wurden logistisch aufwändige Feldkampagnen und aero-geophysikalische Messungen durchgeführt: Im Schatten der mächtigen ehemaligen Ritterburgen aus der Zeit der Kreuzzüge, behaglich-sandiger Beduinenzelte und der modernen Pottasche-Gewinnungsanlagen zu beiden Seiten des Toten Meeres - am israelischen und jordanischen Ufer.
Der Vortrag kombiniert - ganz im Sinne einer spannenden Reise - die interdisziplinären Forschungsergebnisse aus Geophysik, Geologie und Hydrologie mit Karten, computergestützten Animationen und persönlichen Fotos des Autors sowie mit Reflexionen über die Zusammenarbeit auf schwierigem geopolitischem Terrain.
"DAV trifft Wissenschaft" ist eine Veranstaltungsreihe in Kooperation zwischen der Sektion Göttingen des Deutschen Alpenvereins und der Zentralen Einrichtung für Sport und Gesundheit (ZESG) an der Universität Göttingen.