200 Jahre Harzreise von Heinrich Heine

Auf dem Karstwanderweg von den Quellen in Förste zu den Höhlen in Scharzfeld

Beschreibung

Am 14. September 1824 begann Heinrich Heine während seiner Studienzeit in Göttingen seine Wanderung von Göttingen zum Brocken und weiter über Rübeland nach Weimar und zurück nach Göttingen über Erfurt und Kassel. „Ich habe zu Fuß, und meistens allein, den ganzen Harz durchwandert, über schöne Berge, durch schöne Wälder und Thäler bin ich gekommen und habe wieder mal frei geathmet.“ schrieb Heine nach seiner Rückkehr in einem Brief am 25.10.1824 an seinen Freund Moses Moser in Berlin. Die ganze Wanderung hat Heine später in seinem wohl bekanntesten Werk „Die Harz- reise“ literarisch verwertet.

Wir wollen diese Wanderung unter Zugrundelegung der weitestgehend rekonstruierten, von Heine gewählten Wanderroute und Wanderetappen nachvollziehen. Die von ihm durchgeführte berühmte Grubenfahrt in Clausthal von der Schachtanlage Caroline zur Schachtanlage Dorothea können wir heute zwar nicht mehr nachwandern, aber hierfür bieten sich kleinere Alternativen, wie die Befahrung der Grabenrösche zur Schachtanlage Dorothea oder die runde Radstube an.

Aus den Aufzeichnungen, Briefen und Beschreibungen der Etappen und Erlebnisse ergibt sich folgende zeitliche Abfolge der einzelnen Routen bis nach Rübeland:

  • 14.9.1824: Heine verlässt Göttingen am frühen Morgen, um über Northeim nach Osterode zu wandern. Er übernachtet, wie von ihm beschrieben, in Osterode a.H., wo er nach einer Wegstrecke von ca. 40 km erst in „pechdunkler Nacht“ ankam.
  • 15.9.1824: Heine wandert nach Clausthal und erreicht gegen Mittag die Ortschaft. Am späteren Mittag dürfte er im Gasthaus „Goldene Krone“ eingetroffen sein und hat dort zu Mit- tag gegessen.
  • 16.9.1824: Heine unternimmt die dokumentarisch belegte Grubenfahrt in den östlich von Claus- thal gelegenen Gruben Caroline und Dorothea.
  • 17.9.1824: Heine besichtigt die westlich von Clausthal gelegene Silberhütte sowie die Münze.
  • 18.9.1824: Heine wandert von Clausthal nach Goslar und verbringt hier eine Nacht.
  • 19.9.1824: Fortsetzung der Wanderung in Richtung Harzburg (die Stadt Bad Harzburg existierte zur damaligen Zeit noch nicht), wo er in einer Hütte oberhalb des heutigen Cafés Goldberg übernachtet. Der 19.9.1824 war ein Sonntag. Heine schreibt zu diesem Stre- ckenabschnitt daher auch, dass er bei „schönstem Sonntagswetter“ gewandert sei. 20.9.1824: Heine erreicht den Brocken und übernachtet dort, wie im Wernigeröddischen Intelli- genz-Blatt belegt ist.
  • 21.9.1824: Heine steigt in Richtung Ilsenburg ab und wandert über Wernigerode weiter nach Elbingerode, wo er nach etwa 37 km spät in der Nacht eintrifft.
  • 22.9.1824: Heine wandert bei Regen weiter nach Rübeland und besichtigt dort die Bielshöhle.

Der Student Heinrich Heine hat also teilweise beträchtliche Wanderetappen von bis zu 40 km am Tag absolviert. Ab Rübeland ist der Verlauf der Wanderung nicht mehr genau nachvollziehbar. In seinen Briefen schreibt er lediglich davon, dass er weiter über Eisleben, Halle, Jena, Weimar, Erfurt, Gotha, Eisenach und Kassel nach Göttingen zurückgereist sei. Wir lassen daher unsere Wanderung mit einer Höhlenbesichtigung in Rübeland enden.

Der gesamte Routenverlauf mit vielen Erklärungen zu den damaligen Verhältnissen im Harz und Verweisen auf Sehenswürdigkeiten etc. ist in dem Rother Kulturwanderführer „Die Harzreise von Heinrich Heine“, erschienen im Bergverlag Rother 2021, von den beiden Wanderleitern gemeinsam mit GÜNTER BLÜMEL veröffentlicht worden. 

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Die Touren:

  • 1. Etappe - Samstag, 14.9.2024: Start um 6:00 Uhr in Göttingen am Gänseliesel oder Treff um 18:00 Uhr in Osterode im Hotel. Ins- gesamt 47 km, 11 h Gehzeit.
  • 2. Etappe - Sonntag, 15.9.2024: Über den Eselsstieg und den Harzer Hexenstieg nach Clausthal Zellerfeld. 19 km, 540 Hm. Aufstieg, 190 Hm Abstieg. Übernachtung im Hotel Goldene Krone. Erkundungstour in Clausthal-Zellerfeld - Montag, 16.9.2024: Grubentour und Besichtigung der Schachtanlage Kaiser Wilhelm, wo bis 1980 in einem untertägigen Wasserkraftwerk mit 6 Turbinen mit 6 MW Leistung Strom erzeugt wurde. Besuch des Bergwerks- museums in Zellerfeld. Erkundungstour in Clausthal-Zellerfeld - Dienstag, 17.9.2024: Vormittags Besuch der Mineraliensammlung der TU Clausthal mit Führung, nachmittags Besuch der Marktkirche in Clausthal sowie des früheren Oberbergamtes (heute Außenstelle des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie).
  • 3. Etappe - Mittwoch, 18.9.2024: Wanderung von Clausthal nach Goslar. 17 km, 410 Hm im Aufstieg, 720 Hm im Abstieg. Die Wanderung führt uns über den Kiefhölzer Teich (Bademöglichkeit) zum Schalker Turm und von hier aus bergab zum Rammelsberg nach Goslar und in die Goslarer Innenstadt. Übernachtung in Goslar
  • 4. Etappe - Donnerstag, 19.9.2024 Wanderung von Goslar nach Harzburg. 13 km, 311 Hm im Aufstieg, 272 Hm im Abstieg. Wir queren hierbei den alten Hüttenbereich bei Oker. Aufgrund der Versauerung und der hohen Schwermetallbelastung der Böden wächst hier nur Heide. Übernachtung in Bad Harzburg. Abends Stadtbummel oder Pause.
  • 5. Etappe - Freitag, 20.9.2024 Von Harzburg auf den Brocken. 18 km, 880 Hm im Aufstieg, 40 m im Abstieg. Die Wanderung geht über das Molkenhaus zunächst zur Eckertalsperre. Dann weiter über den Kai- serweg in Richtung Torfhaus, hier treffen wir auf den Goetheweg, der uns zum Brocken führt. Vor- gesehen ist eine Übernachtung auf dem Brocken, dies setzt aber eine frühzeitige Reservierung voraus.
  • 6. Etappe - Samstag, 21.9.2024 Abstieg nach Ilsenburg und Kaffee im Hotel zu den Rothen Forellen, wo auch Heine zu Mittag aß. Weiter über Wernigerode nach Elbingerode, wo die Übernachtung geplant ist. Alternativ können wir auch bereits in Wernigerode übernachten, damit diese Etappe nicht so lang wird. Dies entspricht dann allerdings nicht mehr genau der Tagesetappe von Heine. Wir können dies aber auf einer Vorbespre- chung zur Tour abklären. 32 km, 600 Hm im Aufstieg, 1300 Hm im Abstieg.
  • 7. Etappe - Sonntag, 22.9.2024: Von Elbingerode nach Rübeland. 6 km, 80 Hm im Aufstieg, 120 Hm im Abstieg. In Rübeland nach Mittagspause und Eis essen, Besuch der Rübeländer Tropfsteinhöhlen. Anschließend Rückfahrt für Eilige oder gemütlicher Ausklang in einem Rübeländer Gasthof mit Übernachtung und gemeinsame Rückfahrt nach Göttingen am Montag, 3.9.2024.

Sollte die Kondition mal nicht ausreichen oder das Wetter absolut nicht gnädig sein, so besteht für verschiedene Etappen die Möglichkeit, die Strecke bis zum nächsten Quartier mit dem ÖPNV zu überbrücken.

Ausrüstung

Verpflegung für unterwegs transportiert jede/r selbst. Getränke sind (über)lebenswichtig. Jede/r sollte daher je nach Witterung etwa 2 l Getränk mitführen. Wir werden etwa alle 2 h eine Pause von etwa 15-20 min machen, zwischenzeitlich je nach Wetter auch kurze Trinkpausen einlegen.

Ausrüstung/Gepäck: Wir wandern eine Woche im Harz, das Wetter kann hier auch im September wechselhaft sein. Neben der üblichen Wanderausrüstung sollte eine Fleece- und Regenjacke in jedem Fall im Rucksack sein. Wichtig ist das Schuhwerk. Wir empfehlen solide, aber leichte knöchelhohe Wanderschuhe. Streckenweise haben wir teilweise wegloses, unebenes und rutschiges Gelände. Teleskopstöcke können hilfreich sein.

Details

Termindetails
Sa. 14.09.2024, 06:00 Uhr - Mo. 23.09.2024
Vorbesprechung

Eine Vorbesprechung mit allen Interessierten ist Anfang Juli vorgesehen. Darüber hinaus stehen wir Euch jederzeit für Rückfragen zur Verfügung. Telefonisch erreicht Ihr uns unter:

  • 0551/21021 (privat)
  • 0171/2120838 (mobil)

oder per Mail:

  • hartmann@sv-hartmann.de
  • brigitta.stammer@t-online.de

Rainer Hartmann, Brigitta Stammer

Treffpunkt

Treffpunkt: Samstag, 14.09.2024, 6:00 Uhr s.t. am Gänselieselbrunnen vor dem Alten Rathaus in Göttingen.

Wer sich diese heute nicht mehr so romantische Tour von Göttingen über Northeim nach Osterode nicht mehr zutraut, kann am Samstagabend in Osterode am Harz in die Tour einsteigen. Brigitta Stammer wird am Kornmarkt in Osterode im Hotel Harzer Hof die mit dem Zug oder Pkw angereisten TeilnehmerInnen empfangen. Am 15.09.2024 geht es dann gemeinsam weiter über den Eselsstieg nach Clausthal.

Leiter*in / Veranstalter*in

Preis

Die Kosten für die Teilnahme betragen 45,00 Euro pro Person. Die Kosten für Übernachtung in den Gasthöfen oder Hotels, Verzehrkosten in Gaststätten, Eintrittsgelder etc. sowie An- und Abreise (u.a. Rückfahrt mit Bus und Bahn ab Rübeland) trägt jede/r selbst.

Maximale Teilnehmeranzahl
8